Der Beginn des 20. Jahrhunderts

Zu Beginn des neuen Jahrhunderts leben in Ebersdorf knapp 500 Menschen. An Tieren werden 90 Pferde, 480 Rinder, 780 Schweine und 210 Schafe gehalten.
1901 wird per Gemeindebeschluß der sog. Leichenschmaus bei Beerdigungen abgeschafft. In den Jahren bis zum 1. Weltkrieg werden viele Häuser neu gebaut.
1913 wird das Ehrenmal errichtet. Wege werden allmählich zu Straßen ausgebaut. Zu Beginn des ersten Weltkrieges wurden am 2. August 50 Ebersdorfer Männer eingezogen. Während des Krieges sind über 20 Gefangene in unserem Ort, überwiegend sind es Russen. 26 Ebersdorfer Männer lassen im Krieg ihr Leben.


Zwischen den Kriegen

Nach dem 1. Weltkrieg bildet sich in unserem Ort eine Bürgerwehr, bestehend aus allen Männern zwischen 20 und 55 Jahren. Im Jahre 1921 beginnt die Versorgung des Ortes mit elektrischem Strom. 1923 wird ein Nachtwächter eingestellt. Sein Lohn für 5 Std. Arbeit beträgt 10.000 Mark- die Inflation nähert sich ihrem Höhepunkt. Im gleichen Jahr bricht im Ort Typhus aus. Es werden nur wenige Menschen befallen. Die Kreuzottern werden zur Plage. So werden 1927 fast 200 Tiere getötet. Im gleichen Jahr hält das Telefon in Ebersdorf Einzug. 1930 werden 205 Pferde,1502 Rinder und 1697 Schweine gezählt.
Im März 1933 weht die Hakenkreuzfahne  erstmalig auf öffentlichen Gebäuden. Die NSDAP findet in Ebersdorf viele Anhänger. 1933 ist die Einwohnerzahl auf 715 gestiegen. Kurz vor Beginn des 2. Weltkrieges werden auf Befehl Vorräte angelegt. So dienen der Saal von Gastwirt Meyer und die Scheune von Bürgermeister Hinck als Lager.


Der 2. Weltkrieg

Wiederum werden viele Männer unseres Ortes zum Kriegsdienst eingezogen. Zur Unterstützung der Landwirtschaft sind im Ort 25 französische Kriegsgefangene. Im Juni 1941 fallen zwischen Ebersdorf und Großenhain die ersten 2 Bomben. 5 Monate später werden durch einen englischen Luftangriff auf dem Leisch fast 50 Häuser meist stark beschädigt. Am 5.8.1944 überfliegen 954 Bomber und viele Jäger unseren Ort Richtung Hamburg.
Im März 1945 treffen 141 Flüchlinge aus dem Osten in Ebersdorf ein. Am 4. und 5. Mai 1945 besetzen die Engländer mit etwa 200 Panzern unseren Ort.
Von 108 einberufenen Männern unseres Ortes kehren über 40% nicht zurück.


Interessantes nach dem Krieg

Die Schülerzahlen (1940 unter 80) steigen 1949 auf 225. Daraufhin wird eine 3.!! Lehrerstelle eingerichtet. Eine neue Schule wird geplant und im Jan.1952 übergeben. Kosten 278.000 DM. Die ersten 4 Straßenlampen leuchten 1952 in unserem Ort. Weitere folgen erst 1982. 1955 gibt es in Ebersdorf 30 PKWs, 28 Traktoren und 3 Fernseher. Einer der erfogreichsten Rennreiter kommt aus Ebersdorf. Er reitet 1956 mit seinem Rappen “Förster” von Sieg zu Sieg. Das Kalthaus wird 1956 in Betrieb genommen. Bei einer Hochzeit leiden 1956 über 100 Gäste unter Vergiftungserscheinungen. Die Einweihung der Friedhofskapelle folgt im Jahre 1966. 5 Jahre später wird die Turnhalle ihrer Bestimmung übergeben. Der Kinderspielkreis nimmt 1973 seine Arbeit auf.
1978 folgt der Anschluß an die zentrale Wasserversorgung, und 1981 wird die erste Klärteichanlage in Betrieb genommen. Endlich kommt von 1981-83 der Ausbau der B495 durch unseren Ort zustande.


Wie geht es weiter?

Das Leben normalisiert sich allmählich!!
Von der Militärregierung werden Impfungen gegen Diphtherie und Typhus durchgeführt. Zweimal täglich verkehrt ein Autobus zwischen Ebersdorf und Bremervörde. Schon im Oktober 1945 ist im Gasthof Meyer die erste Tanzveranstaltung nach dem Kriege. Am 15. September 1946 finden die ersten Gemeindewahlen statt. Im gleichen Jahr taucht der Kartoffelkäfer erstmalig in Ebersdorf auf. Bis September werden 10200 Käfer abgesucht. Die Einwohnerzahlen steigen durch die vielen Vertriebenen um etwa 70% und erreichen Anno 1950 mit 1427 den höchsten Stand.

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